Anderen helfen, stark zu sein

Geschichte

Constantin Liebich hatte 1882 eine
gute Idee: zwei Schrippen und einen
Becher Kaffee zum Frühstück bot er
arbeitslosen Menschen vor dem Gottesdienst an.

Geschichte

Im Herbst 1882 gründen einige christlich denkende Handwerker zusammen mit dem Journalisten Konstantin Liebich den Verein Dienst an Arbeitslosen. Sie veranstalten für die Obdachlosen Berlins sonntägliche Gottesdienste. Vor dem Gottesdienst wird ein einfaches Frühstück gereicht: Kaffee und zwei Schrippen. So nennt der Volksmund den Verein bald die Schrippenkirche. Doch Brot und geistliches Wort allein genügen nicht den wachsenden Anforderungen. Die Menschen brauchen Unterkunft und Arbeit.

Ein Jugendheim zur vorübergehenden Unterbringung jugendlicher Obdachloser wird geschaffen. Eine Arbeitsstätte entsteht, in der gesammelter Trödel, „Brocken“ genannt, wieder aufgearbeitet und weiterverkauft wird. Jedem, der um Kleidung, Essen oder andere Unterstützung bittet, wird die Möglichkeit gegeben, in den verschiedenen Arbeitsbereichen stunden- oder tageweise zu arbeiten. Ein „Adressenbüro“ wird zur Arbeitsvermittlung gegründet. Der Verein erfüllt seine Aufgaben auch in den 20er und beginnenden 30er Jahren. In der Zeit des Nationalsozialismus sind die Dienste des Vereins nicht mehr gefragt. Neue Hilfebedarfe sind zu befriedigen.

Nach 1945 gilt die Sorge vor allem den Kriegswaisen und älteren Frauen, in den folgenden Jahrzehnten wird die Schrippenkirche Träger eines Altenheimes und einer Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen

In den mehr als 130 Jahren ihres Bestehens und den vielfältigen gesellschaftlichen Veränderungen dieser Zeit hat die Schrippenkirche ihre Aufgabe, den Schwachen zu helfen, konsequent verfolgt und sich den Menschen besonders verpflichtet gesehen, die der Hilfe am meisten bedürfen.

Den Schwächeren helfen,
stark zu sein

Die Schrippenkirche im Berliner
Wedding 1882 - 2007
von Regina Scheer

Buchcover: Den schwächeren helfen, stark zu sein
ISBN 978-3-938485-63-7

Anläßlich des 125. Jubiläums
herausgegeben vom Verein
Schrippenkirche e.V.